Zentralabitur

Der große Bluff – Abitur ohne Wissen

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Die Note des Abiturs hängt heute mehr denn je von dem Bundesland ab, in dem die Hochschulreife erworben wird. Analysen zeigen, dass zum Beispiel in Rheinland Pfalz nur 1,3 Prozent der Prüflinge durchs Abitur fallen, in Mecklenburg-Vorpommern hingegen 6,5 Prozent.

Heute wollen die Bildungsminister den Einstieg ins Zentralabitur vereinbaren. Zunächst geht es jedoch nur um einen gemeinsamen Pool von Abituraufgaben in Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch.

Der Bluff des Zentralabiturs – Abitur auch ohne Wissen möglich

Für die Lösung vieler Abitur-Aufgaben muss man nicht in die Schule gegangen sein, findet unser Gastautor und Bildungsforscher Hans Peter Klein. Den Niveauverlust als Erfolg zu verkaufen, hat sogar Methode.

Betrachtet man die Erfolgsmeldungen der Bundesländer mit Zentralabitur in den letzten Jahren, erscheint es mehr als angebracht, sich die dort verwendeten Aufgabenformate einmal näher anzuschauen. Immer mehr Abiturienten und immer bessere Notenschnitte, wie ist das möglich? Es stellt sich die Frage, ob tatsächlich alles Gold ist, was da im Glanz der Bildungspolitik der erstaunten Öffentlichkeit alles an Erfolgen präsentiert wird.

Möglichst viele Schüler sollen das Abitur bestehen

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Eine Untersuchung zeigt: Das Zentralabitur in Mathematik schaffen Schüler auch ohne große mathematische Kenntnisse.

Herr Klein, Sie haben die elfte Klasse eines G9-Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen zwei Abitur-Klausuren in Mathematik schreiben lassen: einmal mit Aufgaben vor Einführung des Zentralabiturs und einmal mit Zentralabitur-Aufgaben. Im ersten Fall scheiterten 21 von 22 Schülern, im zweiten Fall scheiterten nur zwei Schüler derselben Klasse.