Bildungssystem

„Neue Lernkultur“ – Die Folgen der Entfachlichung des Unterrichts und der Lehrerausbildung

Forscher mahnen die Fachlichkeit im Unterricht und der Lehrerausbildung an

Die in den letzten 15 Jahren nach PISA und Bologna eingeführten Bildungsreformen hatten das Ziel, die Qualität des deutschen Bildungssystems nachhaltig zu sichern und seine Internationalisierung voranzutreiben. Bildungsstandards, Kompetenz- und Outputorientierung sollten dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Protagonisten dieser Entwicklung behaupten, die erreichte Bildungsexpansion sei in vielen Fällen sogar mit einer Steigerung der Qualität einhergegangen.

Die Schule ist kein Wirtschaftsbetrieb. Bildung in der Effizienzfalle?

Vortragsreihe Vom 24.9.2015 bis zum 28.1.2016 in der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Bockenheim, Hörsaalgebäude Gräfstraße, Ecke Mertonstraße, Hörsäle I bzw. IV

Die Strategien und Maßnahmen zur „Ökonomisierung & Entdemokratisierung des Bildungswesens“ hatten wir vor 2 Jahren in einer Vortragsreihe aufgezeigt und angeprangert, sowie die dabei hauptsächlich angewandten Methoden (z.B. Bildungsstandards und Kompetenzorientierung) kritisch analysiert. Da diese fatale Bildungspolitik ungebremst fortgesetzt wird, wollen wir mit einer weiteren Veranstaltungsreihe die behandelten Themen wieder aufgreifen und vertiefen, so in den Vorträgen zum Bildungslobbyismus, zu den Kompetenzen und zum Stellenwert von PISA.

Individuelle Förderung: Der große Bluff. Die Verabschiedung des Leistungsprinzips aus der Schule

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Seit Bologna und PISA wurde dem angeblich nicht mehr tragbaren deutschen Bildungssystem eine Rosskur verpasst, die derzeit ihren Höhepunkt noch nicht erreicht haben dürfte.

Die Protagonisten der Entwicklung versprachen im Rahmen ihrer neuen Bildungskonzepte sowohl quantitativ als auch qualitativ deutliche Verbesserungen entsprechend den OECD-Vorgaben. Nahezu verdoppelte Abiturientenzahlen in immer mehr Bundesländern bei gleichzeitigem Zurückfahren der Sitzenbleiberquote gegen Null sowie eine exponentielle Zunahme der Schüler mit der Abiturdurchschnittsnote von 1,0 (oder sogar besser) werden der staunenden Öffentlichkeit vorgestellt, all dies bei gleichzeitig verkürzter Schulzeit um ein Jahr und angeblichen Leistungssteigerungen aller Schüler in nahezu allen Fächern.

Ein Kabinett für Peer

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Hans Peter Klein ist kein Name, der jedem geläufig sein muss. Ihn zu kennen, kann aber gewiss von Nutzen sein.

Klein ist Lehrstuhlinhaber für „Didaktik der Biowissenschaften“ an der Goethe Universität Frankfurt. Auf den ersten Blick kein Posten, der für das Ministerium für Wissenschaft und Bildung prädestiniert. Zugleich ist er aber auch Geschäftsführer der „Gesellschaft für Wissen und Bildung“. In dieser Funktion fällt Klein immer wieder durch unangepasste Standpunkte zum deutschen Bildungssystem auf.

Liegt halb richtig, bei wem 2 + 2 = 5 ergibt

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Die neue Fokussierung auf Soft Skills macht Schüler erfolgreich – und dumm, sagt der Didaktiker Hans Peter Klein. Er wirft im FR-Interview einen kritischen Blick auf das Bildungssystem.

Herr Klein, Sie wollen heute mit anderen Bildungsexperten die „Gesellschaft für Bildung und Wissen“ gründen. Ihre Initiative richtet sich gegen einen „entfesselten Aktionismus“ im Bildungswesen. Wogegen laufen Sie konkret Sturm?